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Wo Fesseln lernen

Bondage und Shibari erfreuen sich seit einigen Jahren ständig steigender Beliebtheit. Das hat natürlich zur Folge, dass immer mehr sich mit diesem Thema beschäftigen und das Fesseln mit dem Seil erlernen wollen.

Viele, die Bilder von gekonnten Fesselungen sehen, denken sich „Naja, ein Strick und ein paar Knoten, DAS bekomme ich auch noch hin“  Mehr oder weniger schnell merkt man jedoch, dass es dann doch ein wenig mehr erfordert und informiert sich näher.

Da fangen dann die Probleme schon an, dutzende von Riggern behaupten, dass sie den einzig wahren Weg lehren, viele davon wollen dann auch gleich mal noch ein Set Seile verkaufen oder laden gleich zum Besuch des nächsten Workshops ein. Ein Umstand, der leider in den letzten Jahren immer schlimmer wurde. Aber wie alles Negative hat es auch hier eine Sonnenseite, einige namhafte und vertrauenswürdige Fessler haben inzwischen eigene Dojo oder Fesselräume eröffnet, neben den kostenpflichtigen Kursen und Workshops werden fast überall auch Schnupperabende angeboten, wo gegen einen Unkostenbeitrag bei freien Getränken mal reingeschnuppert werden kann.

Bei diesen Fesseltreffen findet natürlich kein Workshop statt, aber es werden Fragen beantwortet, kleinere Sachen auch mal gezeigt und man kommt in Kontakt mit Gleichgesinnten.

Eine Liste dieser Treffpunkte findet sich ja unter den Fessellocations und wird ständig erweitert.

Natürlich gibt es auch etliche Freie Fesseltreffs die „von Privat“ organisiert werden.

Ihr könnt euch auch gerne direkt an mich wenden und ich versuche euch weiterzuhelfen.

Wie fange ich an ?

Da liegt nun das Seil und auch ein passiver Part wäre vorhanden.

Mein Rat ist einfach anfangen, und zwar am Boden mit einem passiven Part, der sich noch artikulieren kann.

Hände fesseln, Füße fesseln. Hände an die Füße fesseln. Was euch so dazu einfällt.

Am Anfang ist der Umgang mit dem Seil das Wichtigste, was zu erlernen ist, Feinheiten kommen später.

Irgendwann will man natürlich mehr und das ist der Zeitpunkt, wo ich den Besuch von Workshops oder Einzelunterricht empfehle. Denn ab hier sollte man dann wissen was man tut.

Die ganze Knoterei bisher basierte wahrscheinlich auf mehr oder weniger selbsterdachten oder ergoogelten Knoten, evt auch noch welche, die man aus dem Segelsport oder vom Klettern kannte.

Das ist alles nicht schlecht und manche Dinge kommen im Shibari auch vor, allerdings gibt es im Shibari kaum Knoten aber dafür jede Menge Seilbremsen, die mittels der Friktion funktionieren.

Der erste Workshop basiert meistens darauf, den sogenannten Takate Kote (TK) zu erlernen, eine Oberkörperfesselung mit den Armen auf dem Rücken oder vor der Brust. Bei den besseren Kursen erfolgt zusätzlich eine Einführung in Druckpunkte, Seilkunde, Sicherheit am und im Seil und eventuell auch noch Tipps für den Passiven Part.

Um den TK korrekt zu binden, werdet ihr dann die sogenannte Handschelle erlernen, eine Fesslung der Handgelenke, ferner zwei unterschiedliche Seilbremsen, um die Brustlagen zu sichern und eine dritte Form der Seilbremse, um Seile abzufangen und in der Spur zu halten.

Vielen Einsteigern rauchen beim ersten Workshop schon die Köpfe, mein Tipp dazu ist : Macht Fotos von jedem einzelnen Schritt, macht euch Notizen. Und danach: Üben Üben Üben.

Mit dem Takate Kote seid ihr dann erstens eine ganze Weile beschäftigt und zweitens gut gewappnet für weitere Workshops, denn diese bauen allesamt auf dem Takate Kote auf.
Zudem trainiert ihr aber durch den TK auch Seilführung und das Gefühl für das Seil.