Archiv der Kategorie: Sicherheit

Seile und Wasser

Fesseln mit nassen im sinne von durchgewässertem Naturseil macht man nicht. Das geht nur mit sehr großem Können oder schnellem Messereinsatz ohne Gesundheitliche einbußen.

Wobei mir kein großer Könner bekannt wäre der das ernsthaft in erwägung zieht da es mittlerweile genug Kunsthanf und kunstjute gibt die dafür geeignet ist ohne die form zu ändern.

Was Verhalten von Jute bei feuchtigkeit angeht,

Egal ob zs ss sz Schlag oder wie sich leider einbürgert europäisch oder japanisch geschlagen (die herkunft sagt schlichtweg nix über den schlag aus, der wird durch eigen oder gegendrall bestimmt, selbst mit dem japansichen schlag kann man europäische härte erreichen und auch mit europäischem schlag diesselbe instabile lommeligkeit wie japanisches seil)

Generell gilt, Jute und Hanf quillt. Die fasern werden dicker und dafür kürzer. Erfahrungswerte hierzu sind je nach ausgangsmaterial und dessen vorbehandlung von 5% bis hin zu 30 % (extremfall bei komplett offener kaum gefetteter Faser).

und wenn ein TK pro 8 meter seil doppellagig kurzerhand mal 120 cm zusammenschrumpft kann es ganz schön eng werden 😉

Wie immer gilt, ich beschreibe hier mal absichtlich den extremsten fall. Die meisten seile werden nur um die 15 % schrumpfen aber auch 60 cm sind im TK ne menge holz.

Je nachdem was man gerade auf seine seile schmiert schwankt auch das schrumpfverhalten der Fasern, ob da nun Pferdewichse, Fette, Öle oder Wachs am besten die faser schützt und wie lange und sicher kann ich aber nicht sagen.

Kleine Befestigungskunde

Aufgrund der grossen Nachfrage hier mal ein paar allgemeine Tips für das setzen von Deckenhaken.

Wichtig ist das das hier definitiv keine Anleitung werden soll und auch nicht als solche genutzt werden darf, Ich übernehme keinerlei Verantwortung für das was ihr damit treibt !.

Jeder Deckenhaken hat seine speziellen Anforderungen an die Bauseitliche Statik und es ist immens wichtig das das von jemanden beurteilt und gemacht wird der die entsprechende Ahnung davon hat.

Betondecken:

Am besten ist es hier eine Gewindestange mit mindestens M12 einzukleben. Dazu wird ein Loch in den Beton gebohrt (Tragfähigkeit der Decke vorausgesetzt) und mit einem 2 Komponenten Schnellmörtel die Gewindestange eingeklebt.

Dieses Konzept verhindert Spreizdruck innerhalb der Betondecke und ermöglicht eine große Kippsicherheit der aufgeschraubten Ringmutter (letztere natürlich Gekontert)

Zu Vermeiden sind SÄMTLICHE (!!!) Kunststoffdübel mit eingeschraubten Baumarkt Ösenschrauben mit Holzgewinde. Hiermit wird nicht nur Spreizdruck in den Beton eingebracht (jede Betondecke gilt an der Unterseite als gerissen) der die Mikrorisse aufspreizt, sondern diese Verbindung arbeitet und alles was den Dübel an Ort und stelle hält schabt sich langsam aber sicher ab.

Holzbalken:

Liegt der Holzbalken frei dann ist es immer am Besten mit einer stabilen Bandschlinge um den Balken herumzugehen.

Ist der Balken eingespannt also an der Oberseite nicht erreichbar wird es interessant, wenn klar ist das der Balken tragfähig ist sollte man keinesfalls einfach eine Schraube mit Öse von unten einschrauben, das schwächt nicht nur die Struktur des Balkens an seiner Schmalseite (wenn auch meist vernachlässigbar) sondern ist auch statisch nicht so Belastbar wie Methode zwei.

Stattdessen bohrt man den Balken seitlich einmal durch, so weit oben wie man rankommt und schiebt eine Gewindestange ab M12 (besser M14 oder 16) durch. Darauf schraubt man zwei Gewindemuttern so das man Links und Rechts des Balkens mit einer Kette oder Bandschlinge den Hängepunkt bilden kann indem man sie zusammenführt. Damit wird eine Schwächung des Balkens vermieden und die Last des Hängepunktes liegt auf seiner starken seite auf.

Rahmen:

Dazu sage ich besser nix, da ist soviel Scheisse unterwegs das ich nicht weiss wo ich anfangen sollte. Wer Fragen dazu hat darf sich gerne direkt an mich wenden.

Covern ist wichtig

…wenn nicht mehr sicher ist,
dass man auf sich selbst aufpassen kann.
Oder man die Möglichkeit genommen bekommt,
auf sich selbst aufpassen zu können.Cover! … wer jetzt an aufgewärmte „One – Hit Wonder“ oder aufgewärmte Songs denkt, sollte dringend weiterlesen, denn darum geht es nicht. Covern ist hier „decken/beschützen“ und etwas Unerlässliches in vielen Dingen, egal wie reizvoll sie auf Anhieb sein mögen.Aber entscheidet selbst…Ihr habt jemanden in den Weiten des Internets kennen gelernt, Ihr seid euch sympathisch, Ihr wollt Euch treffen. Schon hier fängt das Covern an, denn ein erstes Treffen sollte immer in der Öffentlichkeit stattfinden.

Warum?

Einfach, aber sehr wichtig. In der Öffentlichkeit eines Cafés oder Restaurants könnt Ihr Euch in Ruhe beschnuppern. Ist mein Gegenüber das, was er vorgegeben hat? Ist es der 1,80m Traummann oder die 1,70m Traumfrau?

Das sympathische Wesen, das sich mir so vertraut offenbart hat? Die Öffentlichkeit beschützt Euch nicht nur vor Enttäuschungen, sondern auch vor den Perversen dieser Welt. Gerade im BDSM Bereich ist es wichtig, dem Spielpartner vertrauen zu können, zu wissen, dass keine persönliche Grenze überschritten wird – Eure Grenze. 

Der vermeintlich erfahrene Dom, kann sich zu einem Hardcore-Quäler entwickeln, das lustvolle Spiel zu einem scheinbar nicht endenden Martyrium … und dann? Dann seid Ihr bei ihm zu Hause, niemand hört Euch, niemand weiß wo Ihr seid. Eine zugegebenermaßen erschreckende Vorstellung.

Wenn es trotz allem schon beim ersten Treffen zum Spiel kommen soll, ist ein Café verständlicherweise nicht der geeignete Rahmen dafür. Womit wir aber wieder beim ursprünglichem Problem wären: zu einem selbst nach Hause oder zu dem Spielpartner? 

Damit es trotz allem nicht zu einer ausweglosen Situation kommt, sichert Euch ab, egal wie unwichtig oder auch unvorstellbar es für den Moment scheint. Gebt einer vertrauten Person Adresse, Nickname, Chat oder Forum und wenn möglich auch Telefonnummer des Partners. Macht eine Uhrzeit aus, zu der Du entweder deinen „Schutzengel“ anrufst oder er Dich.

Gib Bescheid, ob alles in Ordnung ist. Kannst Du dies nicht ohne weiteres, macht einen Code aus, damit dein „Schutzengel“ weiß, ob alles in Ordnung ist oder Du Hilfe brauchst. Wenn Du nicht zur vereinbarten Uhrzeit anrufst, meldet sich Dein Schutzengel bei Deinem Date (daher der vorherige Austausch der Telefonnummern) und verlangt Dich ans Telefon. 

Er darf sich nicht abweisen lassen durch Ausflüchte wie z.B. ist grad auf dem Klo, eine rauchen, gefesselt oder ähnliches. Erst wenn Du ans Telefon kommst, kann und darf der Engel beruhigt sein.

Wenn nicht, ist es wichtig, sich darauf verlassen zu können, dass er die Polizei ruft, und/oder Dich sofort dort wegholt. Nur so können unangenehme Überraschungen vermieden werden und das Spiel wird wirklich ein Lustvolles. 

Zusammenfassend: Gebt so viele Informationen über Euer Date weiter, wie Ihr nur bekommen könnt, vergewissert Euch, dass wenn Ihr am Bahnhof oder ähnliches abgeholt werdet, Ihr auch zum angegebenen Ort fahrt. Überprüft, bevor ihr losfahrt, dass Euer Handy Empfang hat und noch wichtiger – dass Deine Akkus geladen sind.

Wenn Du niemanden kennst, der Dich covern kann, frag bei SM-Gruppen an, oder wende Dich an einen Coverdienst. Diese Organisation covert dich kostenlos und sicher. Und auch der Fairness halber, solltest Du Deinem Date sagen, dass Du gecovert wirst. Ein ehrlicher Partner wird es verstehen. Sollte wider Erwarten er/sie/es damit ein Problem haben und er/sie/es als Vertrauensmissbrauch ansehen, Finger weg – egal, was für Argumente er/sie/es hat. Sicherheit sollte vorgehen! Sobald Dir etwas nicht koscher vorkommt, sieh zu, dass Du weg kommst. Verabschiede Dich ruhig und sag, dass Du es Dir anders überlegt hast und entscheide situativ, wann du es sagst!

Auch hier ist die Öffentlichkeit eine schutzbringende Möglichkeit, Dich freundlich aber bestimmt zu verabschieden. Informiere Dich vorher über Möglichkeiten, dort weg zu kommen und achte auf Deine Sicherheit!

Und ansonsten viel Spaß bei allem, was Dir Spaß macht.

Manchmal muss man Schneiden statt Abfesseln

erfahrungsbericht aus einem meiner Shootings.

Dabei ist es mir, nach Jahren mal wieder, passiert, dass ich eine Fesselung zerschneiden musste.

Es war eine ganz normale seitliche Hängung ohne irgendwelche Besonderheiten, 2-Seil TK seitlich angehängt, ein Bein am Oberschenkel angehängt, das andere am Knöchel.

Kurz nachdem das zweite Bein den Boden verlassen hatte, musste ich ablassen, da das Model über Übelkeit klagte. Als sie wieder stand begann ein wenig der Kreislauf wegzusacken und es kam Atemnot hinzu.

Im Sitzen habe ich dann den TK zerschnitten, sie auf den Rücken gelegt mit angezogenen Knien und Ihren Kopf mit einem Kopfkissen gestützt, mich neben sie gesetzt, mit ihr gesprochen und durch Streicheln des Kopfes gezeigt, dass ich da bin.

Nach ein paar Minuten war alles wieder in Ordnung und auch das Shooting ging nach einer kurzen Pause weiter. Auch Suspensions wurden gemacht und gut verkraftet.

Was genau dazu geführt hat, kann ich leider nicht sagen und erschließt sich mir auch noch nicht. Eventuell war es auch einfach Zufall.

Was ich jedoch damit sagen will:

1.
An alle, die immer sagen es sähe bei mir immer so einfach, sicher und gekonnt aus….
Wie man an diesem Beispiel sieht, passiert es auch mir, dass ich schneiden muss, manchmal hilft einem alle Erfahrung nicht.

2.
Auch wenn Seile was Schönes sind und man an ihnen hängt….
Seile kann man ersetzen und Gesundheit geht vor. Wartet nicht zulange mit dem Schneiden nur wegen dem Wert der Seile (emotionaler und auch weltlicher Wert). Verantwortung für das Bunny bedeutet auch, dass das Wohl des Bunnys in JEDER Entscheidung schwerer wiegt als alles andere.

3.
Reden hilft, sowohl in dem Moment, in dem das Bunny um Befreiung bittet oder es zu einer beginnenden Ohnmacht kommt, redet und beruhigt während ihr abfesselt oder auch schneidet. Lasst es nicht alleine, sondern demonstriert Nähe und Sicherheit! So werden nicht nur Abstürze vermieden sondern ihr helft eurem Bunny auch dabe,i ruhig zu bleiben und wachzubleiben.

4.
Zerschnittene Seile sind ein trauriger Anblick, den ihr , sobald ihr dazu kommt und am besten bevor das Bunny diese sieht, entsorgen solltet. Werft den Haufen hinter ne couch oder lasst ihn wegbringen durch Helfer oder deckt das Bündel ab. Erspart dem Bunny diesen Anblick und ihr vermeidet, dass das Bunny sich deswegen Vorwürfe macht, sie hätte versagt (was ehrlich gesagt ein sehr krudes Denken ist, aber durchaus vorkommen kann)

5.
Macht dem Bunny klar, dass es keine Schuld trägt, sondern dass ihr im Gegenteil sehr stolz drauf seid, dass sie sich rechtzeitig gemeldet hat, vermeidet Vorwürfe.

Thats all

Hier die Bilder der Suspension sowie des zerschnittenen TKs
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